Dies ist ein Stück aus unserem Fundus

Diese Seite zeigt ein Stück aus einer vergangenen Spielzeit.  Du findest hier Fotos und manchmal Presseberichte zu den Aufführungen.

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

von Lilly Lindner

Phoebe schreibt Briefe. An ihre große Schwester April.
Denn aus dem Nichts war April fort, eingewiesen in eine Klinik, als sie aufhörte zu essen.

Phoebe hat unzählige Fragen.
Wie kann ein Mensch einfach aufhören zu essen?
Wie dick sollen Bücher über Depressionen sein?
Wie geht man um seine Angst herum?
Und wann kommt April endlich wieder nach Hause?

Doch ihre Eltern schweigen hilflos und auf ihre zahllosen Briefe an April bekommt Phoebe keine Antwort.
Dabei schreibt auch April. Sie antwortet auf jeden einzelnen Brief ihrer kleinen Schwester, doch die Briefe sollen Phoebe nicht erreichen.

Aber Phoebe schreibt weiter – Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

Ein Stück über eine Familie, die verlernt hat, miteinander zu sprechen und zwei Schwestern, die verzweifelt versuchen, sich gegenseitig zu retten.

Bei Fragen zum Inhalt des Stücks/Content-Warnungen wenden sie sich gerne an lilian.haack@stud.uni-goettingen.de.

Am 18., 22., 25. & 29.05. bieten wir Ihnen im Anschluss an die Veranstaltung die Möglichkeit, bei einem Nachgespräch mit der Regisseurin und den Darstellerinnen in den Austausch zu treten. 

Damit überzeugt das Stück auf ganzer Länge: Die Inszenierung verbindet gekonnt Kostüm, Makeup, Bühnenbild und Licht mit dem Schauspiel zu einem runden Gesamteindruck. Die emotionale Thematik trifft mit voller Wucht – nicht jedes Stück, was zu Tränen rührt, ist zwingend gut inszeniert. Auf dem schweren Stoff wird sich hier aber nicht ausgeruht, Was fehlt, wenn ich verschwunden bin strotzt nur so vor künstlerischer Expression.

Ein bewegendes Stück über die Essstörung Anorexie hat das Göttinger Theater im OP aufgelegt. (...) Und eins ist sicher: Der ThOP-Abend lohnt sich.

Standing Ovation, Tränen und Poesie. Das Ensemble um Lilian Laeticia Haack raubt dem Publikum den Atem und schenkt ihm dafür emotionale Unausweichlichkeit, den intimen und wortgewaltigen Einblick in die Vielschichtigkeit von Krankheit im Familiensystem und nicht zuletzt zweieinhalb Stunden Tuchfühlung mit zwei komplexen Schwesternfiguren. Ein Amateurtheatererlebnis, das mit seiner überragenden Komposition die Grenzen zum etablierten Theater meisterhaft sprengt.

Inszenierung

Lilian Laeticia Haack

Darstellende

Phoebe: Mirja Ersing, Joleen Friedrichs, Antonia Hentrich, Pauline König, Kiara van Delden 

AprilLisa Albrecht, Maj Frieser, Anina Karch, Eva Kogan, Maryam Rosenboom