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In der Nacht zum 28.08.2025 verstarb unsere langjährige Mitwirkende Renate, auch bekannt als „Renade“. Durch ihre aktive Mitwirkung nicht nur auf, sondern vor allem auch hinter der Bühne erwarb Renate sich über die Jahre den Titel ThOP-Faktotum, dem sie Produktion für Produktion alle Ehre machte.

Seit Renate 2005 das erste Mal im Rahmen eines Workshops der LesBiSchwulen Kulturtage unter der Leitung von Götz Lautenbach bei Shakespeares Transen auf der ThOP Bühne stand, war sie nicht mehr wegzudenken. Bei vielen Produktionen wirkte Renate im Hintergrund und sorgte dafür, dass alle Mitspielenden kulinarisch versorgt waren, Plakate verteilt wurden und noch so vieles mehr. Auf diese Weise wurde Renate ein guter Geist für etliche Theaterproduktionen. Noch bis kurz vor ihrem Tod wirkte Renate als Regieassistentin und Darstellerin bei Klaus-Ingo Pissowotzkis Inszenierung Lady Windermeres Fächer mit. Renates Tod in der Nacht der Premiere trägt fast schon eine Symbolkraft für ihr unermüdliches Engagement, das bis zur Selbstaufgabe ging.

Renate war laut, kantig, schroff und manchmal vielleicht auch polarisierend. Diplomatische Ansprachen waren nicht ihre Stärke. So verkörperte Renate auch viele ihrer Rollen auf der Bühne; oft waren es knackige Kurzauftritte, die dem Publikum vermutlich gerade deswegen im Gedächtnis blieben. Aber Renate konnte auch leise Töne anschlagen, die zeigten, dass hinter der rauen Fassade ein sehr einfühlsamer Mensch steckte. Wir schätzten Renate vor allem für ihre menschliche Wärme. Renate stand für Solidarität, Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit.

Durch Renates Wirken hatte sie innerhalb Göttingens viele Wahlfamilien, denen sie eine mütterliche Herzlichkeit entgegenbrachte und ihre Leben berührte. Renates Herz war scheinbar grenzenlos. Nicht nur am ThOP war Renate eine unersetzliche Naturgewalt, auch in der Refo-Gemeinde, beim boat people projekt, im Weltladen, in der Soli-Küche des JUZI, bei Our House/OM10 sowie bei politischen Aktionen, z.B. den Anarchischen Tagen, beim CSD, den Feministischen Kampftagen, Klimademos, Demos gegen Rechts, … Die Liste lässt sich sicher endlos fortführen.

Nicht nur mit Menschen trat Renate gerne in Kontakt, vor allem beim Umgang mit Tieren spürte man bei ihr eine besondere Freude. Einen speziellen Platz in Renates Herzen hatten Dusty und Akito, dessen Betreuung sie im letzten Jahr übernahm.

Renate ließ sich nie in eine Schublade stecken; sie war ein Mensch mit verschiedenen Facetten. Wir werden Renate in Erinnerung behalten, mit Wehmut, aber sicher auch dem einen oder anderen Lächeln/Lachen ob ihres würzigen Humors und ihrer derben Kommentare.

Es ist leiser geworden. Die Erinnerung an Renate bleibt. Das Ausmaß ihres Wirkens und die Reichweite ihrer Menschlichkeit wird vermutlich erst durch ihr Fehlen richtig deutlich werden. Wir zollen Respekt vor einem Menschen, der immer zuerst für andere da war und vieles gab. Bis zuletzt.

Wir vermissen dich.

Am 14.09. öffnet das ThOP ab 16 Uhr seine Pforten für eine gemeinsame Trauerfeier. Wir laden alle, die Renate kannten und schätzten, herzlich zu einem gemeinschaftlichen Gedenken ein. Es wird die Möglichkeit geben, Ansprachen zu halten, musikalische Beiträge beizusteuern oder einfach nur in Erinnerungen zu schwelgen. Meldet euch hierfür gerne bei Christa (christa.thop@web.de). Über einen Beitrag zum Mitbringbuffet freuen wir uns sehr. Es wird auch eine Spendenbox geben, deren Inhalt Renates Herzensprojekten zugutekommen wird. Weitere Infos findet ihr unter renade.de.